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Was passiert nach dem Embryotransfer?

Einnistung nach IVF und ICSI – die ersten Tage einfach erklärt

Der Embryotransfer ist für viele Patientinnen einer der emotionalsten Momente einer IVF- oder ICSI-Behandlung. Danach beginnt für viele die wohl längste Wartezeit der gesamten Kinderwunschbehandlung.

Hat sich der Embryo bereits eingenistet? Darf ich mich normal bewegen? Muss ich etwas spüren? Und wann kann ich sicher wissen, ob ich schwanger bin?

Diese Fragen hören wir täglich. Deshalb erklären wir, was nach einem Embryotransfer im Körper passiert, wann die Einnistung beginnt und worauf Sie in den ersten Tagen nach IVF oder ICSI achten sollten.

Kurz erklärt: Nach dem Embryotransfer entwickelt sich der Embryo in der Gebärmutter weiter und kann sich – abhängig von seinem Entwicklungsstadium – in den folgenden Tagen in die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) einnisten. Normale Alltagsbewegungen beeinflussen diesen biologischen Prozess nicht. Ob eine Schwangerschaft eingetreten ist, kann erst ein β-hCG-Bluttest zuverlässig zeigen.


Was passiert direkt nach dem Embryotransfer?

Beim Embryotransfer (Embryoübertragung) wird der Embryo mithilfe eines feinen Katheters vorsichtig in die Gebärmutter eingebracht.

Danach beginnt ein komplexer biologischer Prozess. Je nach Entwicklungsstadium entwickelt sich der Embryo zunächst weiter und kann anschließend Kontakt mit der Gebärmutterschleimhaut aufnehmen. Dieser Vorgang wird als Implantation oder Einnistung bezeichnet.

Wichtig:

Der Embryo kann nach dem Transfer nicht einfach „herausfallen”.

Normales Aufstehen, Gehen, Husten, Niesen oder der Toilettengang führen nicht dazu, dass der Embryo aus der Gebärmutter verloren geht.


Wann findet die Einnistung nach IVF oder ICSI statt?

Der genaue Zeitpunkt der Implantation kann unterschiedlich sein und hängt unter anderem davon ab, in welchem Entwicklungsstadium der Embryo transferiert wurde.

Bei einer Blastozyste kann der Prozess der Einnistung bereits relativ zeitnah nach dem Transfer beginnen. Dabei tritt der Embryo in Kontakt mit der Gebärmutterschleimhaut und beginnt, sich dort einzunisten.

Dieser Vorgang geschieht ausschließlich auf mikroskopischer Ebene. Die Patientin kann ihn weder bewusst beeinflussen noch zuverlässig spüren.


Muss ich nach dem Embryotransfer Bettruhe halten?

Nein.

Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand verbessert eine längere Bettruhe nach einem unkomplizierten Embryotransfer die Schwangerschaftschancen nicht.

Ein ruhiger, normaler Alltag ist in der Regel möglich. Spaziergänge sowie leichte Alltagsaktivitäten sind meist erlaubt.

Auf außergewöhnlich intensive körperliche Belastungen oder ungewohnten Sport sollten Sie in dieser Zeit möglichst verzichten und im Zweifel Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt halten.

Die individuellen Empfehlungen Ihres Behandlungsteams haben selbstverständlich immer Vorrang.


Welche Symptome können nach dem Embryotransfer auftreten?

In den Tagen nach dem Transfer beobachten viele Frauen ihren Körper besonders aufmerksam.

Möglich sind beispielsweise:

  • leichtes Ziehen oder Druckgefühl im Unterbauch
  • Brustspannen
  • Müdigkeit
  • Blähungen oder Völlegefühl
  • vermehrter Ausfluss
  • leichte Schmierblutungen

All diese Beschwerden können auftreten – müssen aber nicht.

Hinzu kommt, dass Medikamente wie Progesteron oder Estradiol Beschwerden verursachen können, die frühen Schwangerschaftssymptomen ähneln.

Deshalb lassen sich Symptome allein nicht zuverlässig als Zeichen einer erfolgreichen Einnistung oder Schwangerschaft bewerten.


Keine Symptome nach dem Embryotransfer – ist das ein schlechtes Zeichen?

Nein.

Viele Patientinnen befürchten, dass das Ausbleiben von Beschwerden bedeutet, dass sich der Embryo nicht eingenistet hat.

Das ist jedoch nicht der Fall.

Manche Frauen verspüren Ziehen, Müdigkeit oder Brustspannen, andere fühlen sich genauso wie vor dem Embryotransfer.

Auch eine völlig symptomfreie Wartezeit kann mit einer erfolgreichen Schwangerschaft enden.

Umgekehrt sind vorhandene Beschwerden ebenfalls kein sicherer Hinweis auf eine erfolgreiche Einnistung.


Was sollte ich nach dem Embryotransfer beachten?

Versuchen Sie, Ihren Alltag möglichst ruhig und normal weiterzuführen.

Hilfreich sind:

  • ausreichend trinken
  • leichte Bewegung
  • ausgewogene Ernährung
  • ausreichend Schlaf

Besonders wichtig ist:

Nehmen Sie alle verordneten Medikamente genau nach Ihrem persönlichen Medikamentenplan ein.

Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab und verändern Sie die Dosierung nicht ohne Rücksprache – auch dann nicht, wenn leichte Blutungen auftreten.

Bei stärkeren Blutungen, zunehmenden Schmerzen, Fieber oder anderen ungewöhnlichen Beschwerden sollten Sie sich zeitnah mit Ihrer behandelnden Klinik oder Ihrer ärztlichen Betreuung in Verbindung setzen.


Wann sollte der Schwangerschaftstest nach dem Embryotransfer erfolgen?

Nach dem Transfer möchten die meisten Patientinnen möglichst schnell wissen, ob die Behandlung erfolgreich war.

In unserer Klinik empfehlen wir einen β-hCG-Bluttest frühestens 12 Tage nach dem Embryotransfer.

So erhalten wir ein zuverlässiges Ergebnis, das wir gemeinsam beurteilen und auf dessen Grundlage wir die nächsten Behandlungsschritte planen können.

Bitte testen Sie nicht früher und setzen Sie Ihre verordneten Medikamente bis zum Vorliegen des Ergebnisses nicht eigenständig ab.

Bei einem positiven Testergebnis besprechen wir gemeinsam die weitere Medikation und das weitere Vorgehen.


Die Wartezeit nach dem Embryotransfer

Die Tage zwischen Embryotransfer und Schwangerschaftstest können emotional belastend sein.

Versuchen Sie dennoch, nicht jedes Ziehen oder jedes fehlende Symptom zu interpretieren.

Weder Beschwerden noch völlige Beschwerdefreiheit können zuverlässig vorhersagen, ob sich ein Embryo erfolgreich eingenistet hat.

Erst der β-hCG-Bluttest bringt Gewissheit.


Häufige Fragen nach dem Embryotransfer

Kann der Embryo nach dem Transfer herausfallen?

Nein. Der Embryo bleibt in der Gebärmutter und kann durch normales Gehen, Husten, Niesen oder den Toilettengang nicht herausfallen.

Ist Spazierengehen nach dem Embryotransfer erlaubt?

Ja. Nach einem unkomplizierten Embryotransfer sind Spaziergänge und normale Alltagsbewegungen in der Regel problemlos möglich.

Sind Unterleibsschmerzen nach dem Embryotransfer normal?

Leichtes Ziehen oder Druckgefühl können auftreten. Diese Beschwerden sind jedoch weder ein sicherer Hinweis auf eine Einnistung noch auf einen ausbleibenden Behandlungserfolg.

Wann sollte ein Schwangerschaftstest gemacht werden?

Ein β-hCG-Bluttest liefert frühestens etwa 12 Tage nach dem Embryotransfer ein verlässliches Ergebnis.


Unser Rat

Nach dem Embryotransfer müssen Sie nicht vollkommen stillliegen, und Sie können durch normale Alltagsbewegungen den Embryo nicht „verlieren“.

Nehmen Sie Ihre Medikamente zuverlässig ein, vermeiden Sie außergewöhnliche körperliche Belastungen und geben Sie Ihrem Körper die notwendige Zeit.

Versuchen Sie außerdem, aus einzelnen Symptomen keine Rückschlüsse auf den Behandlungserfolg zu ziehen. Jeder Körper reagiert unterschiedlich. Erst der β-hCG-Bluttest kann zuverlässig zeigen, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist.


Persönliche Betreuung für deutschsprachige Patientinnen und Patienten

Wenn Sie Fragen zum Embryotransfer, zur Einnistung, zur Vorbereitung auf einen Kryotransfer oder zu einer IVF- oder ICSI-Behandlung haben, begleiten wir Sie gern persönlich und transparent auf Ihrem Weg zum Wunschkind.

Monika Boyer
Deutsche Patientenbetreuung
IVOX Kinderwunschzentrum Nordzypern

Dieser Beitrag wurde in enger Zusammenarbeit mit unserem medizinischen Team erstellt und fachlich geprüft. Alle medizinischen Empfehlungen basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden individuell auf die persönliche Situation jeder Patientin abgestimmt.

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